Blog

Foto: http://war.photocentre.by

Foto: http://war.photocentre.by 

Belarus auf der Biennale in Venedig

vom 19.08.2015 08:50:15

In diesem Jahr ist Belarus wieder einmal auf der Biennale in Venedig vom 9. Mai bis 22. November 2015 vertreten, und zwar mit dem Projekt „Zeitzeugenarchiv des Krieges“ (Архив свидетеля войны). Kuratoren sind Aleksej Šinkarenko und Olga Ryčinskaja. Leitend beteiligt ist Natalja Šarangovič, Direktorin des Museums für zeitgenössische Kunst in Minsk (und Enkelin des belarussischen Künstlers Vassilij P. Šarangovič).

Das Projekt greift Fragen der Zeitzeugenschaft ausgehend von originalen Fotografien aus dem Ersten Weltkrieg aus belarussischen Museen auf. Die Besucher sollen, angeregt durch die Betrachtung der Fotografien, eigene Erinnerungen aus der Familiengeschichte oder vom Ihnen selbst erlebten Kriegen beitragen und sich auf diese Weise damit auseinandersetzen, was es bedeutet, Zeitzeuge zu sein. Ihre Reaktionen, Gedanken und Gespräche mit den Kuratoren werden digital festgehalten, die Besucher werden damit Teil des Projekts, das sich mit und durch sie weiterentwickelt. Übrigens befassen sich auch andere osteuropäische und zentralasiatische Länder mit Photographie und Geschichte.

Leider gab es schon in der Vorbereitung des Projekts zahlreiche (bürokratische und formale) Probleme, am 11.5. musste der Pavillon bereist aus finanziellen Gründen schließen und zeigt nun das Projket in einer abgeänderten Form. Wie es scheint, sind die zugesagten Mittel der belarussischen Regierung nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt worden. Leider ist dies ein weiterer Beleg für die mangelnde Unterstützung der zeitgenössischen Kunst in Belarus im Allgemeinen. (Interview mit dem Kurator) Entsprechend ist auch niemand vom Kulturministerium zur Eröffnung gekommen.

Ich begleite das Projekt schon eine ganze Weile, habe in andern Zusammenhängen mit Olga Ryčinskaja und Natalja Šarangovič zusammengearbeitet. Für die Begleitpublikation zur Präsentation in Venedig habe ich einen Beitrag geschrieben. Es ist vorgesehen, das Projekt auch jenseits der Biennale weiter zu entwickeln und an anderen Ort zu zeigen. Das Schwedische Armeemuseum in Stockholm hat bereits Interesse signalisiert.

Hier die Fakten zum Pavillon.

1945. Niederlage...

„1945. Niederlage – Befreiung – Neuanfang“ – Eine Sonderausstellung zum Kriegsende im Deutschen Historischen Museum

vom 17.08.2015 13:38:16

Zu den zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen zum 70. Jahrestag des Kriegsendes leistet die Ausstellung in Berlin einen Beitrag, der den Blick auf eine Auswahl europäischer Länder unmittelbar nach dem Krieg richtet, darunter auch die Sowjetunion. Es war meine Aufgabe herauszufinden, vor welchen Aufgaben das Land in der Nachkriegsperiode bis zum Tode Stalins 1953 stand und dies an ausgewählten Exponaten zu verdeutlichen. Darunter befindet sich z.B. eine medizinische Prothese aus dem Kriegsmedizinischen Museum in St. Peterburg zur Verdeutlichung der Situation der Kriegsinvaliden. Oder ein Foto aus dem Nationalen Historischen Museum Belarus von der Unterbringung der Minsker Bevölkerung in Zelten, da mehr als die Hälfte des Wohnraums in Städten und Dörfern zerstört war. Und noch ein Beispiel: Persönliche Gegenstände des Frontartzes Fedor Čumakov aus dem Staatlichen Historischen Museum in Moskau. Sein Schicksal berichtet von den schwierigen Bedingungen in der deutschen Kriegsgefangenschaft, der Filtration und Repatriierung in die Sowjetunion. Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Oktober 2015 zu sehen. Weitere Informationen unter: www.dhm.de

«1945 г. – Поражение. Освобождение. Новое начало» – Выставка в Немецком историческом музее

К многочисленным мероприятиям и выставкам в 70-ую годовщину конца войны выставка в Берлине вносит вклад, который дарит внимание выбору европейских стран в послевоенных временах, в том числе и Советский Союз. Перед какими заданиями находила страна в 1945 г. до смерти Сталина в 1953 г. и как это показать в выбранных экспонатах – эта была моя задача в этом проекте. Во выборе экспонатов – например, медицинский протез из Военно-медицинского музея в Санкт-Петербурге к иллюстрации ситуации инвалидов. Или фотография из Национального Исторического музея Беларуси размещения минского населения в палатках, так как больше чем половина жилого помещения в городах и деревнях была разрушена. И еще пример: Личные предметы фронтового врача Федора Чумакова из Государственного Исторического музея в Москве. Судьба сего ообщает о трудных условиях в немецком плену, фильтрации и репатриации в Советский Союз. Выставку можно посетить еще до 25 октября 2015 г.. Дальнейшая информация: www.dhm.de