Blog

Foto: https://citydog.by/post/zaden-novymuzej/

Minsk-Forum XVII in der belarussischen Hauptstadt am 4. und 5. Dezember 2019

vom 02.11.2019 13:46:51

Auf dem diesjährigen Minsk-Forum der deutsch-belarussischen Gesellschaft e.V. organisiere ich wieder eine Sektion zu Themen aus Kultur und Geschichte. Im letzten Jahr ging es um die Herausforderungen der Digitalisierung, in diesem Jahr steht das Nationale Historische Museum im Fokus.

Seit vielen Jahren schon befindet sich eines der größten und wichtigsten Museen des Landes in einem freudlosen Zustand. Das Gebäude in der Karl-Marx-Straße ist längst zu klein, die Sammlungen sind unter äußerst prekären Bedingungen im Gebäude der städtischen Wasserbehörde untergebracht, es gibt nach wie vor keine Dauerausstellung und ein Konzept für die zahllosen und meist themenfremden Sonderausstellungen ist nicht erkennbar. Ausnahmen sind die vor Kurzem zu Ende gegangene Foto-Ausstellung zu Mossej Appelbaum und die überarbeitete Sektion zum Altertum.

Bereits 2011/2012 gab es unter dem damaligen Direktor Pläne für einen Umzug des Museums in ein anderes Gebäude, die dann jedoch scheiterten. Nun soll das Museum unter seinem seitdem dritten Direktor  einen eignen Neubau erhalten, Baubeginn ist Januar 2020. Dieser wird gegenüber dem Museum für die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges am Prospekt Pobeditelej stehen.

All das ist Grund genug, sich mit der Konzeption für die neue Dauerausstellung, den städtebaulichen Konsequenzen durch den Ausbau der Geschichtsmeile im Minsker Zentrum sowie dem präsentierten nationalen Narrativ zu beschäftigen.

Eingeladen aufs Podium sind der Direktor des Museums, Pavel Sapotko, Viktor Schadurski, Geschichtsprofessor und Mitglied in der Deutsch-belarussischen Historikerkommission und Irina Kashtalyan, Leiterin der Geschichtswerkstatt. Die Moderation soll Tatjana Bembel übernehmen. Sowohl das Thema als auch die Zusammensetzung der Panelisten lassen auf eine lebhafte Diskussion hoffen.

Foto: WIkipedia

В Москву!

vom 01.10.2019 15:21:52

Schon allein der zeitliche Abstand zu meinem letzten Post zu diesem Thema, es war der 30. Januar, zeigt, dass die Vision vom bürokratischen Hürdenlauf nach dem Vorbild von „Asterix erobert Rom“ zur Realität geworden ist. Zur Erinnerung: Was für den Gallier der „Passierscheins A 38“ und der „Passierschein A 39, wie er im neuen Rundschreiben B 65 festgelegt ist“, sind für uns die Akkreditierung, die Versetzungsverfügung, die Diplomatenpässe und vieles mehr, was wir nacheinander abarbeiten müssen.

Ob das Warten Putin persönlich, der politischen Weltlage oder doch nur der Bürokratie auf allen Seiten zuzuschreiben ist, bleibt bis auf weiteres ein Rätsel. Nachdem wir schon davon ausgegangen waren, dass wir gar nicht mehr umziehen, sieht es aktuell so aus, als könnte der Umzug im November (!) stattfinden. Aber auch das muss nicht das letzte Wort sein, es fehlen noch immer entscheidende Dokumente. Termine in Moskau habe ich trotzdem schon gemacht, ich bin optimistisch und freue mich auf dieses zweite, diplomatische Abenteuer.

www.welt.de

Interview auf welt.de/geschichte

vom 23.09.2019 08:42:05

Die aktuelle Debatte um ein Denkmal für die polnischen Opfer des NS-Vernichtungskrieges in Berlin findet im Kontext der Erinnerung an den 80. Jahrestag des Kriegsbeginns am 1. September 1939 statt. Diesem voraus ging der Hitler-Stalin-Pakt mit einem Zusatzprotokoll. Darin verständigten sich Hitler und Stalin über ihre zukünftigen Einflusssphären in Europa und die Aufteilung Polens. Die Folge waren der Überfall der Wehrmacht auf Polen am 1. September und die Besatzung Ostpolens durch die Sowjetunion am 17. September 1939.

Der Kriegseintritt der Sowjetunion und die sich daraus ergebenden Folgen für die ostpolnischen Gebiete finden in der gegenwärtigen Diskussion nur wenig Aufmerksamkeit. Dieses, heute noch in Belarus als „Wiedervereinigung“ erinnerte Datum ist Gegenstand meines Interviews mit Sven Felix Kellerhoff.

Foto: http://mogilewmuseum.by/

Die Museumsakademie Belarus geht in die nächste Runde

vom 13.09.2019 15:02:07

Die ersten drei Seminare in Gomel, Polotzk und Brest haben bereits stattgefunden. Das vierte startet am 16. September für zwei Tage in Mogiljow. Das erste Seminar in Gomel zu „Museen und Erinnerung“ hatte ich als Referentin gestaltet. Passend zum Thema haben wir die Wanderausstellung zu Maly Trostenz besucht, die gerade ihre Station in der Stadt hatte. Die Gestalterin unseres gemeinsamen deutsch-belarussischen Projekts, Susanne Benzing, war die Referentin des Seminars in Brest und in Polotzk war Katrin Hieke die Expertin für das Thema „Museumsmarketing und Tourismus“. In Mogiljow werden Carolin Savchuk vom Museum Berlin-Karlshorst und Steffen Schumann von der Kunsthochschule Weißensee über Kommunikation und Vermittlung unsere Referenten im Ethnographischen Museum sein.

Die Museumsakademie ist ein gemeinsames Projekt von Tradicia History Service, des Goethe Instituts Minsk, der Stiftung „Cultural Heritage & Modernity“ und ICOM Belarus. Für die Realisierung haben wir Mittel aus dem Programm der Östlichen Partnerschaft des Auswärtigen Amtes beantragt und erhalten.

Die Museumsakademie stärkt Museen als Brücke zwischen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren und als gesellschaftliche Dialogplattform. Sie bringt Fachleute aus Museen, Vereinen, Bildungseinrichtungen sowie öffentlichen Behörden aus Belarus und Deutschland zusammen, die bisher kaum oder gar nicht kommunizieren. Sie fördert den Dialog zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen Museumslandschaft und den Austausch über die Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere jenseits der städtischen Zentren. Der Dialog mit lokalen Partnern und Vertretern der Behörden trägt dazu bei, ein offenes, sektorenübergreifendes Netzwerk aufzubauen, das nachhaltige Impulse für die Debatte über eine gemeinsame europäische Zusammenarbeit setzt.

Von April bis Dezember 2019 finden im Rahmen der Museumsakademie Trainings, praxisorientierte Seminare mit belarussischen und deutschen Experten in den Regionen sowie Museumsbesuche und Gespräche in Deutschland für eine Gruppe von fünfzehn Multiplikatoren statt. Die Reise nach Dresden ermöglicht es den belarussischen Museumsexperten, ihre Erfahrung in einem internationalen Umfeld unmittelbar zu reflektieren. Während der vier, jeweils zweitägigen Module werden folgende Themen behandelt:

  • Museen und Erinnerungskultur (Gomel)
  • Museumsmarketing und -tourismus (Polotzk)
  • Ausstellungskonzeption und Gestaltung (Brest)
  • Vermittlung und Kommunikation (Mogiljow)

Den Abschluss der Museumsakademie bildet ein Symposium zu aktuellen Themen der Museumsarbeit in Minsk im November.


Karel Čapek: Der Entlassene. Eine Erzählung (1928)

vom 15.08.2019 11:56:48

Als ich kürzlich aus gegebenem Anlass alte Papiere und Dokumente gesichtet und aufgeräumt habe, fiel mir eine Übersetzung der Erzählung „Propuštěný“ von Karel Čapek in die Hände. Ich hatte diese 1988 angefertigt, als ich im Studium der Slawistik neben Russisch auch Tschechisch gelernt und eine Zeitlang sehr gut beherrscht habe.

Der Text über einen frei gelassenen Sträfling, der, naiv und arglos, wie er ist, in eine unerlaubte Demonstration gerät und dafür mit dem Leben bezahlt, blieb unveröffentlicht, und ich habe ihn sogar vergessen. Sehr wohl aber erinnere ich mich an meine beiden Tschechisch-Lehrer an der Freien Universität Berlin und die sehr persönliche Betreuung, die unsere kleine Gruppe der damals um das Tschechische bemühte Studentengruppe erfahren hat. Schade, dass ich diese zweite Slawine ganz aufgebe habe.

Der vollständige Text im tschechischen Original ist hier zu lesen.


3.-5. August 2019

vom 15.07.2019 11:43:01

Nun ist es schon wieder soweit, das zweite der beiden Seminare „Zur Sache“ der Bayerischen Schreibakademie in München steht an. Bereits im Februar hatte ich zusammen mit weiteren angehenden Autoren die Chance, hier unter fachkundiger Anleitung des Autors Wolfang Büscher und der freien Lektorin Hanna Schuler zu lernen, wie man gute Sachbücher schreibt. Seitdem waren umfangreiche Hausaufgaben zu erledigen. In meinem Fall bedeutete das, etwa die Hälfte meines geplanten Buches über Belarus zu schreiben. Und da es ja bereits auf der Homepage des Literaturhauses angekündigt wird, kann und will ich jetzt ja auch keinen Rückzieher mehr machen. Ich bin gespannt und freue mich auf das Seminar!

Foto: Goethe-Institut Minsk/Belarus

Die Museumsakademie Belarus geht weiter

vom 16.06.2019 09:10:00

Die ersten beiden Seminare in Gomel und Polotzk haben bereits stattgefunden. Das dritte startet am 17. Juni für zwei Tage in Brest. In Gomel habe ich das Seminar zu „Museen und Erinnerung“ gestaltet. Passend zum Theam hatten wir die Gelegenheit, die Wanderausstellung zu Maly Trostenz zu besuchen, die gerade ihre Station in der Stadt hatte. Die Gestalterin unseres gemeinsamen deutsch-belarussischen Projekts, Susanne Benzing, ist die Referentin des Seminars in Brest. In Polotzk war Katrin Hieke die Expertin für das Thema „Museumsmarketing und Tourismus“.  In Gomel haben im Palastmuseum, in Polotzk im Buchmuseum gearbeitet – zwei ebenso eindrucksvolle wie unterschiedliche Eindrücke von der bunten belarussischen Museumslandschaft.

Die Museumsakademie ist ein gemeinsames Projekt von Tradicia History Service, des Goethe Instituts Minsk, der Stiftung „Cultural Heritage & Modernity“ und ICOM Belarus. Für die Realisierung haben wir Mittel aus dem Programm der Östlichen Partnerschaft des Auswärtigen Amtes beantragt und erhalten.

Die Museumsakademie stärkt Museen als Brücke zwischen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren und als gesellschaftliche Dialogplattform. Sie bringt Fachleute aus Museen, Vereinen, Bildungseinrichtungen sowie öffentlichen Behörden aus Belarus und Deutschland zusammen, die bisher kaum oder gar nicht kommunizieren. Sie fördert den Dialog zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen Museumslandschaft und den Austausch über die Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere jenseits der städtischen Zentren. Der Dialog mit lokalen Partnern und Vertretern der Behörden trägt dazu bei, ein offenes, sektorenübergreifendes Netzwerk aufzubauen, das nachhaltige Impulse für die Debatte über eine gemeinsame europäische Zusammenarbeit setzt.

Von April bis Dezember 2019 finden im Rahmen der Museumsakademie Trainings, praxisorientierte Seminare mit belarussischen und deutschen Experten in den Regionen sowie Museumsbesuche und Gespräche in Deutschland für eine Gruppe von fünfzehn Multiplikatoren statt. Die Reise nach Dresden ermöglicht es den belarussischen Museumsexperten, ihre Erfahrung in einem internationalen Umfeld unmittelbar zu reflektieren. Während der vier, jeweils zweitägigen Module werden folgende Themen behandelt:

  • Museen und Erinnerungskultur (Gomel)
  • Museumsmarketing und -tourismus (Polotzk)
  • Ausstellungskonzeption und Gestaltung (Brest)
  • Vermittlung und Kommunikation (Mogiljow)

Den Abschluss der Museumsakademie bildet ein Symposium zu aktuellen Themen der Museumsarbeit in Minsk im November.


Geschichtsschreibung und Literatur

vom 07.06.2019 09:06:05

Der Frage, wie das zusammenpasst, was ein der Autor eines historischen Romans „darf“ und wie die Geschichtswissenschaft von der Literatur profitieren kann, wollen die Autorin Stephanie von Hayek und ich am Donnerstag, den 13. Juni 2019 um 18.30 Uhr in den Räumlichkeiten der Mercator-Stiftung nachgehen. Moderieren wird die Diskussion die Literaturagentin Bärbel Brands.

Mit dem Roman „Als die Tage ihr Licht verloren“ hat Stephanie von Hayek ihren ersten Roman vorgelegt. Er erzählt vom Schicksal einer jungen Frau im Nationalsozialismus, die in die Fänge des Euthanasie-Programms gerät.

Stephanie und mich verbindet die Förderung der Teilnahme am „Stiftungskolleg für internationale Aufgaben“, damals der Robert-Bosch-Stiftung, heute der Mercator-Stiftung. Alle Alumni sind in einem aktiven Netzwerk verbunden.

Aliaksandr Dalhouski und ich (Juni 2018 in Minsk)

»Die Heldentat des Volkes ist unsterblich!«

vom 20.05.2019 18:24:00

Diese Worte stehen an der Häuserwand auf dem Platz des Sieges in Minsk, und so lautet auch der Titel einer Diskussionsveranstaltung im Ort der Information der Stiftung Denkmal ermordeter Juden Europas am 5. Juni um 18.00 Uhr. Moderiert von Adam Kerpel-Fronius werden Aliaksandr Dalhouski (Geschichtswerkstatt Minsk) und ich aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung von Belarus über aktuelle Fragen der Erinnerungskultur in Weißrussland sprechen.

Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit der Botschaft der Republik Belarus in Berlin.

Weitere Informationen hier.

Foto: http://www.gsu.by/ru/node/2223

Regionale Museumsakademie Belarus

vom 05.05.2019 18:51:05

Die Museumsakademie ist ein gemeinsames Projekt von Tradicia History Service, des Goethe Instituts Minsk, der Stiftung „Cultural Heritage & Modernity“ und ICOM Belarus. Für die Realisierung haben wir Mittel aus dem Programm der Östlichen Partnerschaft des Auswärtigen Amtes beantragt und erhalten.

Die Museumsakademie stärkt Museen als Brücke zwischen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren und als gesellschaftliche Dialogplattform. Sie bringt Fachleute aus Museen, Vereinen, Bildungseinrichtungen sowie öffentlichen Behörden aus Belarus und Deutschland zusammen, die bisher kaum oder gar nicht kommunizieren. Sie fördert den Dialog zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen Museumslandschaft und den Austausch über die Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere jenseits der städtischen Zentren. Der Dialog mit lokalen Partnern und Vertretern der Behörden trägt dazu bei, ein offenes, sektorenübergreifendes Netzwerk aufzubauen, das nachhaltige Impulse für die Debatte über eine gemeinsame europäische Zusammenarbeit setzt.

Von April bis Dezember 2019 sind im Rahmen der Museumsakademie Trainings, praxisorientierte Seminare mit belarussischen und deutschen Experten in den Regionen sowie Museumsbesuche und Gespräche in Deutschland für eine Gruppe von fünfzehn Multiplikatoren geplant. Die viertägige Reise ermöglicht es den belarussischen Museumsexperten, ihre Erfahrung in einem internationalen Umfeld unmittelbar zu reflektieren. Während der vier, jeweils zweitägigen Module werden folgende Themen behandelt:

  • Museen und Erinnerungskultur;
  • Museumsmarketing und -tourismus;
  • Ausstellungskonzeption und Gestaltung;
  • Vermittlung und Kommunikation.

Den Abschluss der Museumsakademie bildet ein Symposium zu aktuellen Themen der Museumsarbeit.

Das erste Seminar fand im April in Gomel statt.