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Vorträge zu Trostenez

vom 15.04.2019 16:53:01

Meine aktuelle Vortragstätigkeit zur Geschichte und Erinnerungskultur des Vernichtungsortes Trostenez, Minsk/Belarus umfasst folgende Konferenzen:

  • Internationale Tagung „Deutschland und Belarus“ an der Historischen Fakultät der Linguistischen Universität Minsk/Belarus, Minsk. Belarus, 5.4.2019, in russischer Sprache,
  • Internationales Symposium „Museums in XXI Century: New Meanings, New Space, New Imagery“, ICOM Belarus, 9./10.4.2019, Minsk, in russischer Sprache,
  • Jahrestagung der „Arbeitsgruppe Internationale Geschichte“ im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD): „Außenbeziehungen und Erinnerung von der Antike bis in die Gegenwart“, veranstaltet vom 16. – 18. Mai 2019, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt.

https://psu.by/nauka/novosti-nauki/11878-sozdanie-nemetsko-belorusskoj-komissii-istorikov

Deutsch-belarussische Historikerkommission

vom 01.04.2019 16:46:13

Anfang März fand die zweite Vorkonferenz zur Bildung einer deutsch-belarussischen Historikerkommission in Minsk statt, zu der ich eingeladen war. Die Initiative, außer für den fachlichen Austausch mit Russland und der Ukraine, auch für Belarus eine Kommission ins Leben zu rufen, ging im Sommer von Bundespräsident Steinmeier aus, als dieser zur Eröffnung des letzten Abschnitts der Gedenklandschaft in Maly Trostenez war.

Das Zusammentreffen in Minsk schloss an die Konferenz in Gießen im Dezember 2018 an. Dort standen Themen des 20. Jh. im Fokus, in Minsk ging es um weiter zurückliegende Epochen der deutsch-belarussischen Beziehungen.

Zweck der beiden Vorkonferenzen, die von der DGO organisiert wurden, war es, einen Themenkatalog für die zukünftige Kommission auszuloten. Aktuell wird die Zusammensetzung der Kommission festgelegt, die im Mai erstmals zusammenkommen wird.

Foto: https://schlossmuseum-murnau.de/de/sonderausstellung-robert-genin-ein-russischer-expressionist-in-muenchen (22.3.2019)

Umfassende Einzelausstellung zu Robert Genin (1884-1941)

vom 22.03.2019 16:27:12

Im 27. März 2019 eröffnet im Schlossmuseum Murnau eine umfassende Schau von Werken des in Belarus geborenen Künstlers Robert Genin. Der Erforschung des hierzulande noch wenig bekannten Künstlers widmet sich der Freundeskreis, dem ich angehöre.

Die Ausstellung umfasst Werke aus allen Schaffensperioden und zeigt Gemälde und grafische Arbeiten. Sie stammen aus öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter der größten Privatsammlung von Alexej Rodionov in St. Petersburg. Es erscheint ein umfassender Katalog in deutscher und russischer Sprache.

Weitere Informationen hier.


Belarus bleibt eine Herausforderung

vom 10.03.2019 18:51:54

Auch nach meiner Zeit in Minsk und Belarus zwischen 2010 und 2013 bin ich regelmäßig vor Ort, arbeite mit vielen Kolleginnen und Kollegen in unterschiedlichen Projekten zusammen. In den vielen Jahren haben sich Freundschaften entwickelt und eine ungebrochene Neugier auf dieses Land am östlichen Rand Europas, das schneller zu erreichen ist als Mallorca und doch noch immer ein weißer Fleck auf der Landkarte ist.

Schon lange reizt es mich, darüber zu berichten, meine Erfahrungen zu teilen und andere Reisende neugierig zu machen. Genau das tue ich nun mit einem Buch, unterstützt von der Bayerischen Akademie des Schreibens. Stoff gibt es wahrlich genug und das Schreiben allein ist diese neue Herausforderung wert.

Foto: http://mhm-gatow.de/dasmuseum

Flugplätze Gatow und Staaken unter sowjetischer Besatzung

vom 20.02.2019 18:48:38

Zu diesem Thema habe ich Anfang des Jahres eine Recherche für das Militärhistorische Museum in Gatow durchgeführt. Bisher gibt es dazu kaum Material in der Dauerausstellung des Museums auf dem historischen Gelände, einer Filiale des MHM in Dresden. Dies soll in der aktuell geplanten Neugestaltung anders werden.

Ergebnisse dieser ersten Recherche sind Fotos, Archivdokumente, Filme und persönliche Gegenstände für den Zeitraum vom Ende des Krieges bis Anfang der 50er Jahre. Weitere Recherchen sind geplant.

Foto: Wikipedia

В Москву!

vom 30.01.2019 16:40:36

Nun ist es also wieder soweit: Wir ziehen um. Lange schon war es im Gespräch, ebenso lange hat die Bürokratie gebraucht, um eine Entscheidung zu treffen. Dieses Mal soll es nun also die russische Hauptstadt sein. Ich freue mich sehr, bin gespannt und habe den Kopf voller Ideen und neuer Projekte!

Angesichts der politischen Lage weht vermutlich für diesen Posten ein anderer Wind als damals in Minsk, wo wir 2010-2013 gewohnt und gearbeitet haben. Auf das politische Parkett will ich mich gar nicht begeben, umso mehr möchte ich meine bestehenden Beziehungen in den Kultur- und Museumsbereich stärken und neue Kontakte knüpfen. Als Historikerin schmerzt und schockiert es mich, jenseits aller Zuschreibungen, dass wir das, was wir zwischen Deutschland und Russland nach dem Zeiten Weltkrieg mühsam erreicht haben, so schnell verspielen können.

Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass wir im Gespräch bleiben und zusammenarbeiten müssen. Meinen Teil trage ich mit meinen Aktivitäten dazu bei und freue mich auf die Fortsetzung alter und auf neue Kooperationen mit den russischen Kollegen. An dieser Stelle werde ich wieder, wie damals Minsk, unser Expat-Leben kommentieren und meine Erfahrungen teilen.

Das beginnt dem bürokratischen Hürdenlauf, den wir derzeit ganz nach dem Vorbild von „Asterix erobert Rom“ absolvieren: Was für den Gallier der „Passierscheins A 38“ und der „Passierschein A 39, wie er im neuen Rundschreiben B 65 festgelegt ist“, sind für uns die Akkreditierung, die Versetzungsverfügung, die Diplomatenpässe und vieles mehr, was unsere Ausreise bisher unmöglich macht und wohl auch noch verzögern wird. Hoffen wir, dass das ganze ebenfalls ein Happy End hat und wir nicht, wie der Präfekt, den Verstand verlieren. Das Abenteuer beginnt…


„The Forgotten Front“ – nominiert für den Tomlinson-Preis der World War One Historical Association (WW1HA)

vom 10.01.2019 16:40:16

Noch immer steht die Forschung zur Ostfront des Ersten Weltkrieg im Schatten der westlichen Kriegsschauplätze. Zwar sind seit dem 10. Jahrestag 2014 viele zahlreiche Publikationen erschienen. Offenbar gilt das aber nicht für den englischsprachigen Raum, konkret die US-amerikanische Forschung.

Dafür spricht jedenfalls, dass der Sammelband des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (heute Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr) aus dem Jahre 2004 praktisch ohne Änderungen oder Aktualisierungen kürzlich ins Englische übersetzt und sogleich für den im Titel genannten Preis nominiert worden ist.

Ich habe darin einen Beitrag über den Moskauer Brüderfriedhof publiziert, der 2004, also zum 90. Jahrestag, als wir die erste große Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im DHM gemacht haben, noch weitgehend unbekannt war. Seitdem ist viel passiert: Das Gelände deutlich erweitert und umgestaltet, neue Gedenksteine aufgestellt und der Friedhof wieder in das offizielle Gedächtnis zurückgekehrt. Das hätte ich gerne in den Text eingearbeitet, aber mit Mühe und Not konnte ich eine einzige Fußnote am Ende des Textes platzieren, die auf den Forschungsstand des Beitrags von 2004 und die nachfolgenden Entwicklungen hinweist. Dazu gehört nicht weniger als ein Paradigmenwechsel in der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Russland. Für die amerikanischen Leser scheint jedoch selbst der überholte Stand der Forschung einen Erkenntnisgewinn zu bringen, was insgesamt dafür spricht, dass es zur Ostfront noch immer einen Nachholbedarf gibt.

Foto: http://www.uni-giessen.de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm223-18

Deutsch-belarussische Historikerkommission

vom 10.12.2018 15:27:08

Am 12. und 13.12.2018 findet in Gießen zur Bildung einer deutsch-belarussischen Historikerkommission eine erste Konferenz statt, zu der ich eingeladen bin. Die Initiative, außer für den fachlichen Austausch mit Russland und der Ukraine, auch für Belarus eine Kommission ins Leben zu rufen, ging im Sommer von Bundespräsident Steinmeier aus, als dieser zur Eröffnung des letzten Abschnitts der Gedenklandschaft in Maly Trostenez war.

Nun werden deutsche und belarussische Historiker*innen zunächst in Gießen, im Frühjahr 2019 in Minsk über gemeinsame Themen und Forschungsdefizite diskutieren. Im Anschluss wird die Zusammensetzung der Kommission festgelegt. Die Federführung liegt bei der DGO.

Am Vorabend der Tagung, am 11. Dezember, wird um 18.00 Uhr unsere Wanderausstellung zu Maly Trostenez in der Kongresshalle am Berliner Platz in Gießen eröffnet.

Auf dem Minsk-Forum der dbg, 23.11.2018

Minsk-Forum 2018 und die Deutsch-belarussische Gesellschaft

vom 01.11.2018 15:20:27

Vom 22.-24. November fand das XVI. Minsk-Forum zum Thema „Dialog, Entwicklung und Digitalisierung“ im IBB in Minsk statt. Das Programm ist auf der neugestalteten Website der deutsch-belarussischen Gesellschaft zu finden. Die Neukonzeption des Internet-Auftritts ebenso wie die Planung und Moderation der Kultursektion auf dem Forum sind die beiden Schwerpunkte, denen ich mich in meinem ersten Jahr als Vorstandsmitglied in der dbg gewidmet habe.

Bei dem Panel zum Thema „Kultur 4.0: Auf dem Weg in die Zukunft“ waren Alla Stashkevich (freiberufliche Museumsexpertin und ehemalige Vorsitzende von ICOM Belarus), Iwona Reichardt von der internationalen Zeitschrift „New Eastern Europe“, Alexander Susha (stellv. Direktor der Staatsbibliothek Belarus), Jakob Racek (Leiter des Goethe-Instituts in Minsk) sowie Alexander Zimenko (Kunsthistoriker und Kurator, Leiter der Kunstsammlung der BelGazPromBank) dabei. Auf englisch und russisch haben wir lebhaft über die Chancen und Risiken der Digitalisierung für die verschiedenen Sparten des Kulturbereichs diskutiert.

Berichte zum Forum:
Belrynok
Deutsche Welle
Belarussische Nationalbibliothek (russisch und englisch)

Seit 2014 erinnert ein Denkmal auf dem Verneigungshügel in Moskau an die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges.
Foto: http://pobeda.ru/v-moskve-otkryili-pamyatnikam-geroyam-pervoy-mirovoy-voynyi.html

Aktuelles zur Erinnerung an den Ersten Weltkrieg

vom 19.10.2018 15:20:22

Am 23. Oktober habe ich in Moskau an einer Diskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erinnerungskulturen im Gespräch“ des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zur Erinnerung an den Ersten Weltkrieg teilgenommen. In die Residenz des deutschen Botschafters waren außerdem Jurij Petrow, Direktor des Instituts für Russische Geschichte der Akademie der Wissenschaften, für einen Einführungsvortrag sowie Sandra Dahlke, die neue Direktorin des DHI in Moskau, Natalja Rostislavleva, Direktorin des russisch-deutschen Lehr- und Forschungszentrums an der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität in Moskau und Nikita Sokolow, stellvertretender Direktor der Jelzin-Zentrums in Jekaterinburg zur Diskussion geladen. Die Moderation lag bei Jens Siegert.

Im Fokus der Reihe des VdK stehen die jeweiligen Erinnerungskulturen und wie diese in aktuelle Europafragen einfließen. Bei der Frage einer breitenwirksamen Vermittlung der Erinnerung können Ausstellungen, museale Exponate und die Zusammenarbeit der beteiligten Museen Auskunft über den Stand der Gegenwartswirkung und -wahrnehmung geben. Mit diesen Fragen habe ich mich mit Blick auf Russland und Deutschland sowohl in den Ausstellungen des Deutschen Historischen Museums 2004 und 2014 zum Ersten Weltkrieg, in den Ausstellungen zur Russischen Revolution in Berlin und Zürich 2017/2018 sowie in verschiedenen Publikationen beschäftigt.

Auch in meinen Projekten in Belarus begegnet mir die spätestens seit dem 100. Jahrestag seit Kriegsausbruch wieder belebte Erinnerung an den „Großen Krieg“ immer wieder. Und Ende des Jahres wird der Sammelband „Die vergessen Front“, 2006 herausgegeben vom MGfA (heute: Zentrum für Militärgeschichte), in dem ich einen Beitrag über den Moskauer Brüderfriedhof veröffentlicht habe, in englischer Übersetzung in einem amerikanischen Verlag erscheinen.