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„Schwer heilende Wunden ‐ 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges“ Mittwoch, 13. Mai 2020, 18.30 Uhr, Moskauer Zeit – online

vom 08.05.2020 08:32:15

Unter diesem Titel wird die zweite Veranstaltung im Rahmen der Moskauer Gespräche des Deutsch-Russischen Forums im online-Format nachgeholt, die ursprünglich für den 26. März geplant war und wegen Corona ausgefallen ist. Gemeinsam mit Irina Scherbakowa, Vorsitzende des Rates des Wissenschafts-, Informations- und Bildungszentrums „Memorial“, Pavel Polian, Direktor des Mandelstam-Zentrums, HSE Moskau und Arina Nemkowa, Leiterin der Stiftung zur Förderung und Entwicklung deutsch-russischer Beziehungen „Deutsch-russisches Begegnungszentrum“, St. Petersburg werden wir per Zoom diskutieren. U.a. soll es um die unterschiedlichen Erinnerungskulturen in Russland und Deutschland und die Frage gehen, welchen Beitrag Museen und Ausstellungen 75 Jahre nach dem Ende Krieges leisten können, gegenseitiges Vertrauen zurückzugewinnen.

 Diskutieren Sie mit! Unter diesem Link können Sie sich anmelden. Sie erhalten per Email Ihren individuellen Zugang zur Web-Veranstaltung auf der Konferenz-Plattform RSI.

https://www.deutsch-russisches-forum.de/moskauer-gespraech-am-13-mai/3222798


Rücktritt vom Vorstand der deutsch-belarussischen gesellschaft (dbg)

vom 24.04.2020 11:05:25

Nach gut zwei Jahren im Vorstand der dbg bin ich auf der letzten Mitgliederversammlung im April zurückgetreten. Ich war damit nicht allein, außer mir sind seit der Wahl zum neuen Vorstand im Dezember 2019 vier Vorstandsmitglieder zurückgetreten. Ich bedauere diese Entwicklung sehr und beabsichtige, die dgb weiterhin als Mitglied aktiv zu unterstützen. Allerdings hatte sich nach der Neubesetzung des Postens des Vorsitzenden durch Markus Meckel die Zusammenarbeit aller Vorstandsmitglieder als nicht konstruktiv erwiesen. Aktuell arbeitet der Vorstand mit nur drei Mitgliedern weiter. Vor dem Hintergrund der vielfältigen Entwicklungen in Belarus und des deutsch-belarussischen Verhältnisses ist es ausgesprochen schade, dass sich die Zusammensetzung des Vorstandes so nicht halten konnte. Sie hätte einen Generationenwechsel eingeleitet, neue und bisher in der dgb vernachlässigte Aspekte der inhaltlichen Arbeit mit sich gebracht und das renommierte Minsk-Forum erneuern können.


MOSKAU!

vom 02.02.2020 16:57:24

Es ist tatsächlich passiert: Wir sind nach Moskau umgezogen! Was lange währt, wird endlich gut. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit und bürokratischer Herausforderungen sind wir am 6.1.2020 umgezogen und nach zwei Wochen in der Übergangswohnung in der Botschaft nun in unserer Wohnung im Südwesten Moskaus. Die Wohnung liegt in dem Bezirk, in dem im Puschkin-Institut für die russische Sprache vor 30 Jahren (!) meine Abenteuer in Russland ihren Anfang genommen haben. Und natürlich ist es kein Zufall, dass ich kürzlich in einer Warteschlange mit einem ehemaligen Lehrer des Instituts ins Gespräch kam, der die ganzen alten Pauker noch kannte – und gleich ein paar typische Fehler korrigiert hat.

Mit Karl Schlögels „Moskau lesen“ tauche ich nochmal in die alten Zeiten an und mache mich auf Spurensuche. Fotos und Eindrücke von meinem aktuellen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt gibt es auf Instagram.

Die gelben Zettel in Trostenec erinnern an die aus Österreich hierher deportierten Juden.

29.1.2020 Vortrag in Augsburg

vom 06.01.2020 11:53:30

Auf Einladung der Universität und des Jüdischen Museums in Augsburg werde ich im Rahmen des „Kolloquiums Kunst- und Kulturgeschichte“ am 29. Januar des neuen Jahres im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben einen Vortrag über den „Holocaust in der Erinnerungskultur von Weißrussland“ halten.

Foto: https://citydog.by/post/zaden-novymuzej/

Minsk-Forum XVII in der belarussischen Hauptstadt am 4. und 5. Dezember 2019

vom 02.11.2019 13:46:51

Auf dem diesjährigen Minsk-Forum der deutsch-belarussischen Gesellschaft e.V. organisiere ich wieder eine Sektion zu Themen aus Kultur und Geschichte. Im letzten Jahr ging es um die Herausforderungen der Digitalisierung, in diesem Jahr steht das Nationale Historische Museum im Fokus.

Seit vielen Jahren schon befindet sich eines der größten und wichtigsten Museen des Landes in einem freudlosen Zustand. Das Gebäude in der Karl-Marx-Straße ist längst zu klein, die Sammlungen sind unter äußerst prekären Bedingungen im Gebäude der städtischen Wasserbehörde untergebracht, es gibt nach wie vor keine Dauerausstellung und ein Konzept für die zahllosen und meist themenfremden Sonderausstellungen ist nicht erkennbar. Ausnahmen sind die vor Kurzem zu Ende gegangene Foto-Ausstellung zu Mossej Appelbaum und die überarbeitete Sektion zum Altertum.

Bereits 2011/2012 gab es unter dem damaligen Direktor Pläne für einen Umzug des Museums in ein anderes Gebäude, die dann jedoch scheiterten. Nun soll das Museum unter seinem seitdem dritten Direktor  einen eignen Neubau erhalten, Baubeginn ist Januar 2020. Dieser wird gegenüber dem Museum für die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges am Prospekt Pobeditelej stehen.

All das ist Grund genug, sich mit der Konzeption für die neue Dauerausstellung, den städtebaulichen Konsequenzen durch den Ausbau der Geschichtsmeile im Minsker Zentrum sowie dem präsentierten nationalen Narrativ zu beschäftigen.

Eingeladen aufs Podium sind der Direktor des Museums, Pavel Sapotko, Viktor Schadurski, Geschichtsprofessor und Mitglied in der Deutsch-belarussischen Historikerkommission und Irina Kashtalyan, Leiterin der Geschichtswerkstatt. Die Moderation soll Tatjana Bembel übernehmen. Sowohl das Thema als auch die Zusammensetzung der Panelisten lassen auf eine lebhafte Diskussion hoffen.

www.welt.de

Interview auf welt.de/geschichte

vom 23.09.2019 08:42:05

Die aktuelle Debatte um ein Denkmal für die polnischen Opfer des NS-Vernichtungskrieges in Berlin findet im Kontext der Erinnerung an den 80. Jahrestag des Kriegsbeginns am 1. September 1939 statt. Diesem voraus ging der Hitler-Stalin-Pakt mit einem Zusatzprotokoll. Darin verständigten sich Hitler und Stalin über ihre zukünftigen Einflusssphären in Europa und die Aufteilung Polens. Die Folge waren der Überfall der Wehrmacht auf Polen am 1. September und die Besatzung Ostpolens durch die Sowjetunion am 17. September 1939.

Der Kriegseintritt der Sowjetunion und die sich daraus ergebenden Folgen für die ostpolnischen Gebiete finden in der gegenwärtigen Diskussion nur wenig Aufmerksamkeit. Dieses, heute noch in Belarus als „Wiedervereinigung“ erinnerte Datum ist Gegenstand meines Interviews mit Sven Felix Kellerhoff.


3.-5. August 2019

vom 15.07.2019 11:43:01

Nun ist es schon wieder soweit, das zweite der beiden Seminare „Zur Sache“ der Bayerischen Schreibakademie in München steht an. Bereits im Februar hatte ich zusammen mit weiteren angehenden Autoren die Chance, hier unter fachkundiger Anleitung des Autors Wolfang Büscher und der freien Lektorin Hanna Schuler zu lernen, wie man gute Sachbücher schreibt. Seitdem waren umfangreiche Hausaufgaben zu erledigen. In meinem Fall bedeutete das, etwa die Hälfte meines geplanten Buches über Belarus zu schreiben. Und da es ja bereits auf der Homepage des Literaturhauses angekündigt wird, kann und will ich jetzt ja auch keinen Rückzieher mehr machen. Ich bin gespannt und freue mich auf das Seminar!


Geschichtsschreibung und Literatur

vom 07.06.2019 09:06:05

Der Frage, wie das zusammenpasst, was ein der Autor eines historischen Romans „darf“ und wie die Geschichtswissenschaft von der Literatur profitieren kann, wollen die Autorin Stephanie von Hayek und ich am Donnerstag, den 13. Juni 2019 um 18.30 Uhr in den Räumlichkeiten der Mercator-Stiftung nachgehen. Moderieren wird die Diskussion die Literaturagentin Bärbel Brands.

Mit dem Roman „Als die Tage ihr Licht verloren“ hat Stephanie von Hayek ihren ersten Roman vorgelegt. Er erzählt vom Schicksal einer jungen Frau im Nationalsozialismus, die in die Fänge des Euthanasie-Programms gerät.

Stephanie und mich verbindet die Förderung der Teilnahme am „Stiftungskolleg für internationale Aufgaben“, damals der Robert-Bosch-Stiftung, heute der Mercator-Stiftung. Alle Alumni sind in einem aktiven Netzwerk verbunden.

Aliaksandr Dalhouski und ich (Juni 2018 in Minsk)

»Die Heldentat des Volkes ist unsterblich!«

vom 20.05.2019 18:24:00

Diese Worte stehen an der Häuserwand auf dem Platz des Sieges in Minsk, und so lautet auch der Titel einer Diskussionsveranstaltung im Ort der Information der Stiftung Denkmal ermordeter Juden Europas am 5. Juni um 18.00 Uhr. Moderiert von Adam Kerpel-Fronius werden Aliaksandr Dalhouski (Geschichtswerkstatt Minsk) und ich aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung von Belarus über aktuelle Fragen der Erinnerungskultur in Weißrussland sprechen.

Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit der Botschaft der Republik Belarus in Berlin.

Weitere Informationen hier.

Foto: http://www.gsu.by/ru/node/2223

Regionale Museumsakademie Belarus

vom 05.05.2019 18:51:05

Die Museumsakademie ist ein gemeinsames Projekt von Tradicia History Service, des Goethe Instituts Minsk, der Stiftung „Cultural Heritage & Modernity“ und ICOM Belarus. Für die Realisierung haben wir Mittel aus dem Programm der Östlichen Partnerschaft des Auswärtigen Amtes beantragt und erhalten.

Die Museumsakademie stärkt Museen als Brücke zwischen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren und als gesellschaftliche Dialogplattform. Sie bringt Fachleute aus Museen, Vereinen, Bildungseinrichtungen sowie öffentlichen Behörden aus Belarus und Deutschland zusammen, die bisher kaum oder gar nicht kommunizieren. Sie fördert den Dialog zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen Museumslandschaft und den Austausch über die Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere jenseits der städtischen Zentren. Der Dialog mit lokalen Partnern und Vertretern der Behörden trägt dazu bei, ein offenes, sektorenübergreifendes Netzwerk aufzubauen, das nachhaltige Impulse für die Debatte über eine gemeinsame europäische Zusammenarbeit setzt.

Von April bis Dezember 2019 sind im Rahmen der Museumsakademie Trainings, praxisorientierte Seminare mit belarussischen und deutschen Experten in den Regionen sowie Museumsbesuche und Gespräche in Deutschland für eine Gruppe von fünfzehn Multiplikatoren geplant. Die viertägige Reise ermöglicht es den belarussischen Museumsexperten, ihre Erfahrung in einem internationalen Umfeld unmittelbar zu reflektieren. Während der vier, jeweils zweitägigen Module werden folgende Themen behandelt:

  • Museen und Erinnerungskultur;
  • Museumsmarketing und -tourismus;
  • Ausstellungskonzeption und Gestaltung;
  • Vermittlung und Kommunikation.

Den Abschluss der Museumsakademie bildet ein Symposium zu aktuellen Themen der Museumsarbeit.

Das erste Seminar fand im April in Gomel statt.