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Rücktritt vom Vorstand der deutsch-belarussischen gesellschaft (dbg)

vom 24.04.2020 11:05:25

Nach gut zwei Jahren im Vorstand der dbg bin ich auf der letzten Mitgliederversammlung im April zurückgetreten. Ich war damit nicht allein, außer mir sind seit der Wahl zum neuen Vorstand im Dezember 2019 vier Vorstandsmitglieder zurückgetreten. Ich bedauere diese Entwicklung sehr und beabsichtige, die dgb weiterhin als Mitglied aktiv zu unterstützen. Allerdings hatte sich nach der Neubesetzung des Postens des Vorsitzenden durch Markus Meckel die Zusammenarbeit aller Vorstandsmitglieder als nicht konstruktiv erwiesen. Aktuell arbeitet der Vorstand mit nur drei Mitgliedern weiter. Vor dem Hintergrund der vielfältigen Entwicklungen in Belarus und des deutsch-belarussischen Verhältnisses ist es ausgesprochen schade, dass sich die Zusammensetzung des Vorstandes so nicht halten konnte. Sie hätte einen Generationenwechsel eingeleitet, neue und bisher in der dgb vernachlässigte Aspekte der inhaltlichen Arbeit mit sich gebracht und das renommierte Minsk-Forum erneuern können.

Abbildung: http://www.gwminsk.com/

Neustart für die Geschichtswerkstatt in Minsk

vom 01.03.2020 05:26:54

Bei seinem Besuch im Sommer 2018 zur Einweihung der Gedenklandschaft in der Blagowschtschina auf dem Gelände der ehemaligen Vernichtungsstätte Maly Trostenez hat Bundespräsident Steinmeiner mit Alexander Lukaschenko über den Verkauf der Geschichtswerkstatt an die IBB Minsk gesprochen. Jetzt ist es soweit: Seit dem 27. Februar ist die deutsch-belarussische Bildungs- und Begegnungsstätte Eigentümerin eines der letzten historischen Gebäude des Minsker Ghettos, in dem sich seitt 2003 die Geschichtswerkstatt befindet.

In diesem und dem nächsten Jahr wird das Haus mit Mitteln des Auswärtigen Amtes baulich instand gesetzt und erhält eine moderne Dauerausstellung. Sie ist Teil des Konzepts, diesen historischen Lernort weiter zu professionalisieren und in internationale Netzwerke einzubinden. Gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, der Architektin Galina Lewina und einem Ausstellungsgestalter werden wir in den nächsten Monaten eine Konzeption für die Ausstellung entwickeln, die im kommenden Jahr realisiert werden soll.

Foto: https://www.youtube.com/watch?v=2WeS0IxK58U

Jüdisches Kulturerbe in Minsk

vom 15.02.2020 17:11:44

Das Auswärtige Amt hat dem Antrag des Goethe-Instituts in Minsk zur Förderung verschiedener Aktivitäten rund um die Geschichte und Kultur des Judentums in Belarus zugestimmt. Partner im Projekt sind das „Zentrum für Jüdisches Kulturerbe“ und Tradicia History Service.

Konkret soll es um die fotografische Dokumentation historischer Orte und vielfältige Veranstaltungen zur Popularisierung dieses noch immer vernachlässigten Teils der belarussischen Geschichte gehen. Ein dritter Aspekt, und hier komme ich ins Spiel, wird das Nachdenken über ein Jüdisches Museum in Minsk sein. Dazu wollen wir Partner und Experten zu drei Runden Tischen einladen, um Chancen und Herausforderungen auszuloten. Das Projekt wird aus Mitteln der Förderung der Östlichen Partnerschaft finanziert.

Die gelben Zettel in Trostenec erinnern an die aus Österreich hierher deportierten Juden.

29.1.2020 Vortrag in Augsburg

vom 06.01.2020 11:53:30

Auf Einladung der Universität und des Jüdischen Museums in Augsburg werde ich im Rahmen des „Kolloquiums Kunst- und Kulturgeschichte“ am 29. Januar des neuen Jahres im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben einen Vortrag über den „Holocaust in der Erinnerungskultur von Weißrussland“ halten.

Foto: GI Minsk

Abschluss und Publikation der Regionalen Museumsakademie Belarus

vom 13.12.2019 11:53:09

Mit dem Abschlussymposium in Minsk ging im Dezember die Regionale Museumsakademie zu Ende. Vorausgegangen waren vier Seminare in Gomel, Polotzk, Brest und Mogiljow. Das erste Seminar in Gomel zu „Museen und Erinnerung“ hatte ich als Referentin gestaltet. Passend zum Thema haben wir die Wanderausstellung zu Maly Trostenez besucht, die gerade ihre Station in der Stadt hatte. Die Gestalterin unseres gemeinsamen deutsch-belarussischen Projekts, Susanne Benzing, war die Referentin des Seminars in Brest und in Polotzk war Katrin Hieke die Expertin für das Thema „Museumsmarketing und Tourismus“. In Mogiljow schließlich waren Carolin Savchuk vom Museum Berlin-Karlshorst und Steffen Schumann von der Kunsthochschule Weißensee über Kommunikation und Vermittlung unsere Referenten im Ethnographischen Museum. Im Oktober waren wir alle zusammen in Dresden und haben ein spannendes Programm in Museen und Gedenkeinrichtungen absolviert und viel Gespräche geführt.

Die Museumsakademie ist ein gemeinsames Projekt von Tradicia History Service, des Goethe Instituts Minsk, der Stiftung „Cultural Heritage & Modernity“ und ICOM Belarus. Für die Realisierung haben wir Mittel aus dem Programm der Östlichen Partnerschaft des Auswärtigen Amtes beantragt und erhalten.

Die Museumsakademie stärkt Museen als Brücke zwischen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren und als gesellschaftliche Dialogplattform. Sie bringt Fachleute aus Museen, Vereinen, Bildungseinrichtungen sowie öffentlichen Behörden aus Belarus und Deutschland zusammen, die bisher kaum oder gar nicht kommunizieren. Sie fördert den Dialog zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen Museumslandschaft und den Austausch über die Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere jenseits der städtischen Zentren. Der Dialog mit lokalen Partnern und Vertretern der Behörden trägt dazu bei, ein offenes, sektorenübergreifendes Netzwerk aufzubauen, das nachhaltige Impulse für die Debatte über eine gemeinsame europäische Zusammenarbeit setzt.

Von April bis Dezember 2019 fanden im Rahmen der Museumsakademie Trainings, praxisorientierte Seminare mit belarussischen und deutschen Experten in den Regionen sowie Museumsbesuche und Gespräche in Deutschland für eine Gruppe von fünfzehn Multiplikatoren statt. Die Reise nach Dresden ermöglichte es den belarussischen Museumsexperten, ihre Erfahrung in einem internationalen Umfeld unmittelbar zu reflektieren.

Den Abschluss der Museumsakademie bildete das Symposium zu aktuellen Themen der Museumsarbeit in Minsk im Azgur-Museum. Als Referenten aus Deutschland konnten wir dafür Dr. Klaus Staubermann, den Geschäftsführer von ICOM Deutschland, gewinnen. Aus belarussischer Perspektive hat Alexej Bratochkin von ECLAB die Diskussion bereichert.

Das Projekt war ein voller Erfolg, und hat zudem großen Spaß gemacht. Was bleibt, ist unser Publikation mit der Dokumentation aller Veranstaltungen und praktischen Trainingsmaterialien in russischer Sprache.

Foto: https://citydog.by/post/zaden-novymuzej/

Minsk-Forum XVII in der belarussischen Hauptstadt am 4. und 5. Dezember 2019

vom 02.11.2019 13:46:51

Auf dem diesjährigen Minsk-Forum der deutsch-belarussischen Gesellschaft e.V. organisiere ich wieder eine Sektion zu Themen aus Kultur und Geschichte. Im letzten Jahr ging es um die Herausforderungen der Digitalisierung, in diesem Jahr steht das Nationale Historische Museum im Fokus.

Seit vielen Jahren schon befindet sich eines der größten und wichtigsten Museen des Landes in einem freudlosen Zustand. Das Gebäude in der Karl-Marx-Straße ist längst zu klein, die Sammlungen sind unter äußerst prekären Bedingungen im Gebäude der städtischen Wasserbehörde untergebracht, es gibt nach wie vor keine Dauerausstellung und ein Konzept für die zahllosen und meist themenfremden Sonderausstellungen ist nicht erkennbar. Ausnahmen sind die vor Kurzem zu Ende gegangene Foto-Ausstellung zu Mossej Appelbaum und die überarbeitete Sektion zum Altertum.

Bereits 2011/2012 gab es unter dem damaligen Direktor Pläne für einen Umzug des Museums in ein anderes Gebäude, die dann jedoch scheiterten. Nun soll das Museum unter seinem seitdem dritten Direktor  einen eignen Neubau erhalten, Baubeginn ist Januar 2020. Dieser wird gegenüber dem Museum für die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges am Prospekt Pobeditelej stehen.

All das ist Grund genug, sich mit der Konzeption für die neue Dauerausstellung, den städtebaulichen Konsequenzen durch den Ausbau der Geschichtsmeile im Minsker Zentrum sowie dem präsentierten nationalen Narrativ zu beschäftigen.

Eingeladen aufs Podium sind der Direktor des Museums, Pavel Sapotko, Viktor Schadurski, Geschichtsprofessor und Mitglied in der Deutsch-belarussischen Historikerkommission und Irina Kashtalyan, Leiterin der Geschichtswerkstatt. Die Moderation soll Tatjana Bembel übernehmen. Sowohl das Thema als auch die Zusammensetzung der Panelisten lassen auf eine lebhafte Diskussion hoffen.

www.welt.de

Interview auf welt.de/geschichte

vom 23.09.2019 08:42:05

Die aktuelle Debatte um ein Denkmal für die polnischen Opfer des NS-Vernichtungskrieges in Berlin findet im Kontext der Erinnerung an den 80. Jahrestag des Kriegsbeginns am 1. September 1939 statt. Diesem voraus ging der Hitler-Stalin-Pakt mit einem Zusatzprotokoll. Darin verständigten sich Hitler und Stalin über ihre zukünftigen Einflusssphären in Europa und die Aufteilung Polens. Die Folge waren der Überfall der Wehrmacht auf Polen am 1. September und die Besatzung Ostpolens durch die Sowjetunion am 17. September 1939.

Der Kriegseintritt der Sowjetunion und die sich daraus ergebenden Folgen für die ostpolnischen Gebiete finden in der gegenwärtigen Diskussion nur wenig Aufmerksamkeit. Dieses, heute noch in Belarus als „Wiedervereinigung“ erinnerte Datum ist Gegenstand meines Interviews mit Sven Felix Kellerhoff.

Foto: http://mogilewmuseum.by/

Die Museumsakademie Belarus geht in die nächste Runde

vom 13.09.2019 15:02:07

Die ersten drei Seminare in Gomel, Polotzk und Brest haben bereits stattgefunden. Das vierte startet am 16. September für zwei Tage in Mogiljow. Das erste Seminar in Gomel zu „Museen und Erinnerung“ hatte ich als Referentin gestaltet. Passend zum Thema haben wir die Wanderausstellung zu Maly Trostenz besucht, die gerade ihre Station in der Stadt hatte. Die Gestalterin unseres gemeinsamen deutsch-belarussischen Projekts, Susanne Benzing, war die Referentin des Seminars in Brest und in Polotzk war Katrin Hieke die Expertin für das Thema „Museumsmarketing und Tourismus“. In Mogiljow werden Carolin Savchuk vom Museum Berlin-Karlshorst und Steffen Schumann von der Kunsthochschule Weißensee über Kommunikation und Vermittlung unsere Referenten im Ethnographischen Museum sein.

Die Museumsakademie ist ein gemeinsames Projekt von Tradicia History Service, des Goethe Instituts Minsk, der Stiftung „Cultural Heritage & Modernity“ und ICOM Belarus. Für die Realisierung haben wir Mittel aus dem Programm der Östlichen Partnerschaft des Auswärtigen Amtes beantragt und erhalten.

Die Museumsakademie stärkt Museen als Brücke zwischen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren und als gesellschaftliche Dialogplattform. Sie bringt Fachleute aus Museen, Vereinen, Bildungseinrichtungen sowie öffentlichen Behörden aus Belarus und Deutschland zusammen, die bisher kaum oder gar nicht kommunizieren. Sie fördert den Dialog zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen Museumslandschaft und den Austausch über die Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere jenseits der städtischen Zentren. Der Dialog mit lokalen Partnern und Vertretern der Behörden trägt dazu bei, ein offenes, sektorenübergreifendes Netzwerk aufzubauen, das nachhaltige Impulse für die Debatte über eine gemeinsame europäische Zusammenarbeit setzt.

Von April bis Dezember 2019 finden im Rahmen der Museumsakademie Trainings, praxisorientierte Seminare mit belarussischen und deutschen Experten in den Regionen sowie Museumsbesuche und Gespräche in Deutschland für eine Gruppe von fünfzehn Multiplikatoren statt. Die Reise nach Dresden ermöglicht es den belarussischen Museumsexperten, ihre Erfahrung in einem internationalen Umfeld unmittelbar zu reflektieren. Während der vier, jeweils zweitägigen Module werden folgende Themen behandelt:

  • Museen und Erinnerungskultur (Gomel)
  • Museumsmarketing und -tourismus (Polotzk)
  • Ausstellungskonzeption und Gestaltung (Brest)
  • Vermittlung und Kommunikation (Mogiljow)

Den Abschluss der Museumsakademie bildet ein Symposium zu aktuellen Themen der Museumsarbeit in Minsk im November.


3.-5. August 2019

vom 15.07.2019 11:43:01

Nun ist es schon wieder soweit, das zweite der beiden Seminare „Zur Sache“ der Bayerischen Schreibakademie in München steht an. Bereits im Februar hatte ich zusammen mit weiteren angehenden Autoren die Chance, hier unter fachkundiger Anleitung des Autors Wolfang Büscher und der freien Lektorin Hanna Schuler zu lernen, wie man gute Sachbücher schreibt. Seitdem waren umfangreiche Hausaufgaben zu erledigen. In meinem Fall bedeutete das, etwa die Hälfte meines geplanten Buches über Belarus zu schreiben. Und da es ja bereits auf der Homepage des Literaturhauses angekündigt wird, kann und will ich jetzt ja auch keinen Rückzieher mehr machen. Ich bin gespannt und freue mich auf das Seminar!

Foto: Goethe-Institut Minsk/Belarus

Die Museumsakademie Belarus geht weiter

vom 16.06.2019 09:10:00

Die ersten beiden Seminare in Gomel und Polotzk haben bereits stattgefunden. Das dritte startet am 17. Juni für zwei Tage in Brest. In Gomel habe ich das Seminar zu „Museen und Erinnerung“ gestaltet. Passend zum Theam hatten wir die Gelegenheit, die Wanderausstellung zu Maly Trostenz zu besuchen, die gerade ihre Station in der Stadt hatte. Die Gestalterin unseres gemeinsamen deutsch-belarussischen Projekts, Susanne Benzing, ist die Referentin des Seminars in Brest. In Polotzk war Katrin Hieke die Expertin für das Thema „Museumsmarketing und Tourismus“.  In Gomel haben im Palastmuseum, in Polotzk im Buchmuseum gearbeitet – zwei ebenso eindrucksvolle wie unterschiedliche Eindrücke von der bunten belarussischen Museumslandschaft.

Die Museumsakademie ist ein gemeinsames Projekt von Tradicia History Service, des Goethe Instituts Minsk, der Stiftung „Cultural Heritage & Modernity“ und ICOM Belarus. Für die Realisierung haben wir Mittel aus dem Programm der Östlichen Partnerschaft des Auswärtigen Amtes beantragt und erhalten.

Die Museumsakademie stärkt Museen als Brücke zwischen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren und als gesellschaftliche Dialogplattform. Sie bringt Fachleute aus Museen, Vereinen, Bildungseinrichtungen sowie öffentlichen Behörden aus Belarus und Deutschland zusammen, die bisher kaum oder gar nicht kommunizieren. Sie fördert den Dialog zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen Museumslandschaft und den Austausch über die Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere jenseits der städtischen Zentren. Der Dialog mit lokalen Partnern und Vertretern der Behörden trägt dazu bei, ein offenes, sektorenübergreifendes Netzwerk aufzubauen, das nachhaltige Impulse für die Debatte über eine gemeinsame europäische Zusammenarbeit setzt.

Von April bis Dezember 2019 finden im Rahmen der Museumsakademie Trainings, praxisorientierte Seminare mit belarussischen und deutschen Experten in den Regionen sowie Museumsbesuche und Gespräche in Deutschland für eine Gruppe von fünfzehn Multiplikatoren statt. Die Reise nach Dresden ermöglicht es den belarussischen Museumsexperten, ihre Erfahrung in einem internationalen Umfeld unmittelbar zu reflektieren. Während der vier, jeweils zweitägigen Module werden folgende Themen behandelt:

  • Museen und Erinnerungskultur (Gomel)
  • Museumsmarketing und -tourismus (Polotzk)
  • Ausstellungskonzeption und Gestaltung (Brest)
  • Vermittlung und Kommunikation (Mogiljow)

Den Abschluss der Museumsakademie bildet ein Symposium zu aktuellen Themen der Museumsarbeit in Minsk im November.