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Foto: GI Minsk

Abschluss und Publikation der Regionalen Museumsakademie Belarus

vom 13.12.2019 11:53:09

Mit dem Abschlussymposium in Minsk ging im Dezember die Regionale Museumsakademie zu Ende. Vorausgegangen waren vier Seminare in Gomel, Polotzk, Brest und Mogiljow. Das erste Seminar in Gomel zu „Museen und Erinnerung“ hatte ich als Referentin gestaltet. Passend zum Thema haben wir die Wanderausstellung zu Maly Trostenez besucht, die gerade ihre Station in der Stadt hatte. Die Gestalterin unseres gemeinsamen deutsch-belarussischen Projekts, Susanne Benzing, war die Referentin des Seminars in Brest und in Polotzk war Katrin Hieke die Expertin für das Thema „Museumsmarketing und Tourismus“. In Mogiljow schließlich waren Carolin Savchuk vom Museum Berlin-Karlshorst und Steffen Schumann von der Kunsthochschule Weißensee über Kommunikation und Vermittlung unsere Referenten im Ethnographischen Museum. Im Oktober waren wir alle zusammen in Dresden und haben ein spannendes Programm in Museen und Gedenkeinrichtungen absolviert und viel Gespräche geführt.

Die Museumsakademie ist ein gemeinsames Projekt von Tradicia History Service, des Goethe Instituts Minsk, der Stiftung „Cultural Heritage & Modernity“ und ICOM Belarus. Für die Realisierung haben wir Mittel aus dem Programm der Östlichen Partnerschaft des Auswärtigen Amtes beantragt und erhalten.

Die Museumsakademie stärkt Museen als Brücke zwischen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren und als gesellschaftliche Dialogplattform. Sie bringt Fachleute aus Museen, Vereinen, Bildungseinrichtungen sowie öffentlichen Behörden aus Belarus und Deutschland zusammen, die bisher kaum oder gar nicht kommunizieren. Sie fördert den Dialog zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen Museumslandschaft und den Austausch über die Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere jenseits der städtischen Zentren. Der Dialog mit lokalen Partnern und Vertretern der Behörden trägt dazu bei, ein offenes, sektorenübergreifendes Netzwerk aufzubauen, das nachhaltige Impulse für die Debatte über eine gemeinsame europäische Zusammenarbeit setzt.

Von April bis Dezember 2019 fanden im Rahmen der Museumsakademie Trainings, praxisorientierte Seminare mit belarussischen und deutschen Experten in den Regionen sowie Museumsbesuche und Gespräche in Deutschland für eine Gruppe von fünfzehn Multiplikatoren statt. Die Reise nach Dresden ermöglichte es den belarussischen Museumsexperten, ihre Erfahrung in einem internationalen Umfeld unmittelbar zu reflektieren.

Den Abschluss der Museumsakademie bildete das Symposium zu aktuellen Themen der Museumsarbeit in Minsk im Azgur-Museum. Als Referenten aus Deutschland konnten wir dafür Dr. Klaus Staubermann, den Geschäftsführer von ICOM Deutschland, gewinnen. Aus belarussischer Perspektive hat Alexej Bratochkin von ECLAB die Diskussion bereichert.

Das Projekt war ein voller Erfolg, und hat zudem großen Spaß gemacht. Was bleibt, ist unser Publikation mit der Dokumentation aller Veranstaltungen und praktischen Trainingsmaterialien in russischer Sprache.

Foto: https://citydog.by/post/zaden-novymuzej/

Minsk-Forum XVII in der belarussischen Hauptstadt am 4. und 5. Dezember 2019

vom 02.11.2019 13:46:51

Auf dem diesjährigen Minsk-Forum der deutsch-belarussischen Gesellschaft e.V. organisiere ich wieder eine Sektion zu Themen aus Kultur und Geschichte. Im letzten Jahr ging es um die Herausforderungen der Digitalisierung, in diesem Jahr steht das Nationale Historische Museum im Fokus.

Seit vielen Jahren schon befindet sich eines der größten und wichtigsten Museen des Landes in einem freudlosen Zustand. Das Gebäude in der Karl-Marx-Straße ist längst zu klein, die Sammlungen sind unter äußerst prekären Bedingungen im Gebäude der städtischen Wasserbehörde untergebracht, es gibt nach wie vor keine Dauerausstellung und ein Konzept für die zahllosen und meist themenfremden Sonderausstellungen ist nicht erkennbar. Ausnahmen sind die vor Kurzem zu Ende gegangene Foto-Ausstellung zu Mossej Appelbaum und die überarbeitete Sektion zum Altertum.

Bereits 2011/2012 gab es unter dem damaligen Direktor Pläne für einen Umzug des Museums in ein anderes Gebäude, die dann jedoch scheiterten. Nun soll das Museum unter seinem seitdem dritten Direktor  einen eignen Neubau erhalten, Baubeginn ist Januar 2020. Dieser wird gegenüber dem Museum für die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges am Prospekt Pobeditelej stehen.

All das ist Grund genug, sich mit der Konzeption für die neue Dauerausstellung, den städtebaulichen Konsequenzen durch den Ausbau der Geschichtsmeile im Minsker Zentrum sowie dem präsentierten nationalen Narrativ zu beschäftigen.

Eingeladen aufs Podium sind der Direktor des Museums, Pavel Sapotko, Viktor Schadurski, Geschichtsprofessor und Mitglied in der Deutsch-belarussischen Historikerkommission und Irina Kashtalyan, Leiterin der Geschichtswerkstatt. Die Moderation soll Tatjana Bembel übernehmen. Sowohl das Thema als auch die Zusammensetzung der Panelisten lassen auf eine lebhafte Diskussion hoffen.

Foto: http://mogilewmuseum.by/

Die Museumsakademie Belarus geht in die nächste Runde

vom 13.09.2019 15:02:07

Die ersten drei Seminare in Gomel, Polotzk und Brest haben bereits stattgefunden. Das vierte startet am 16. September für zwei Tage in Mogiljow. Das erste Seminar in Gomel zu „Museen und Erinnerung“ hatte ich als Referentin gestaltet. Passend zum Thema haben wir die Wanderausstellung zu Maly Trostenz besucht, die gerade ihre Station in der Stadt hatte. Die Gestalterin unseres gemeinsamen deutsch-belarussischen Projekts, Susanne Benzing, war die Referentin des Seminars in Brest und in Polotzk war Katrin Hieke die Expertin für das Thema „Museumsmarketing und Tourismus“. In Mogiljow werden Carolin Savchuk vom Museum Berlin-Karlshorst und Steffen Schumann von der Kunsthochschule Weißensee über Kommunikation und Vermittlung unsere Referenten im Ethnographischen Museum sein.

Die Museumsakademie ist ein gemeinsames Projekt von Tradicia History Service, des Goethe Instituts Minsk, der Stiftung „Cultural Heritage & Modernity“ und ICOM Belarus. Für die Realisierung haben wir Mittel aus dem Programm der Östlichen Partnerschaft des Auswärtigen Amtes beantragt und erhalten.

Die Museumsakademie stärkt Museen als Brücke zwischen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren und als gesellschaftliche Dialogplattform. Sie bringt Fachleute aus Museen, Vereinen, Bildungseinrichtungen sowie öffentlichen Behörden aus Belarus und Deutschland zusammen, die bisher kaum oder gar nicht kommunizieren. Sie fördert den Dialog zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen Museumslandschaft und den Austausch über die Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere jenseits der städtischen Zentren. Der Dialog mit lokalen Partnern und Vertretern der Behörden trägt dazu bei, ein offenes, sektorenübergreifendes Netzwerk aufzubauen, das nachhaltige Impulse für die Debatte über eine gemeinsame europäische Zusammenarbeit setzt.

Von April bis Dezember 2019 finden im Rahmen der Museumsakademie Trainings, praxisorientierte Seminare mit belarussischen und deutschen Experten in den Regionen sowie Museumsbesuche und Gespräche in Deutschland für eine Gruppe von fünfzehn Multiplikatoren statt. Die Reise nach Dresden ermöglicht es den belarussischen Museumsexperten, ihre Erfahrung in einem internationalen Umfeld unmittelbar zu reflektieren. Während der vier, jeweils zweitägigen Module werden folgende Themen behandelt:

  • Museen und Erinnerungskultur (Gomel)
  • Museumsmarketing und -tourismus (Polotzk)
  • Ausstellungskonzeption und Gestaltung (Brest)
  • Vermittlung und Kommunikation (Mogiljow)

Den Abschluss der Museumsakademie bildet ein Symposium zu aktuellen Themen der Museumsarbeit in Minsk im November.

Foto: Goethe-Institut Minsk/Belarus

Die Museumsakademie Belarus geht weiter

vom 16.06.2019 09:10:00

Die ersten beiden Seminare in Gomel und Polotzk haben bereits stattgefunden. Das dritte startet am 17. Juni für zwei Tage in Brest. In Gomel habe ich das Seminar zu „Museen und Erinnerung“ gestaltet. Passend zum Theam hatten wir die Gelegenheit, die Wanderausstellung zu Maly Trostenz zu besuchen, die gerade ihre Station in der Stadt hatte. Die Gestalterin unseres gemeinsamen deutsch-belarussischen Projekts, Susanne Benzing, ist die Referentin des Seminars in Brest. In Polotzk war Katrin Hieke die Expertin für das Thema „Museumsmarketing und Tourismus“.  In Gomel haben im Palastmuseum, in Polotzk im Buchmuseum gearbeitet – zwei ebenso eindrucksvolle wie unterschiedliche Eindrücke von der bunten belarussischen Museumslandschaft.

Die Museumsakademie ist ein gemeinsames Projekt von Tradicia History Service, des Goethe Instituts Minsk, der Stiftung „Cultural Heritage & Modernity“ und ICOM Belarus. Für die Realisierung haben wir Mittel aus dem Programm der Östlichen Partnerschaft des Auswärtigen Amtes beantragt und erhalten.

Die Museumsakademie stärkt Museen als Brücke zwischen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren und als gesellschaftliche Dialogplattform. Sie bringt Fachleute aus Museen, Vereinen, Bildungseinrichtungen sowie öffentlichen Behörden aus Belarus und Deutschland zusammen, die bisher kaum oder gar nicht kommunizieren. Sie fördert den Dialog zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen Museumslandschaft und den Austausch über die Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere jenseits der städtischen Zentren. Der Dialog mit lokalen Partnern und Vertretern der Behörden trägt dazu bei, ein offenes, sektorenübergreifendes Netzwerk aufzubauen, das nachhaltige Impulse für die Debatte über eine gemeinsame europäische Zusammenarbeit setzt.

Von April bis Dezember 2019 finden im Rahmen der Museumsakademie Trainings, praxisorientierte Seminare mit belarussischen und deutschen Experten in den Regionen sowie Museumsbesuche und Gespräche in Deutschland für eine Gruppe von fünfzehn Multiplikatoren statt. Die Reise nach Dresden ermöglicht es den belarussischen Museumsexperten, ihre Erfahrung in einem internationalen Umfeld unmittelbar zu reflektieren. Während der vier, jeweils zweitägigen Module werden folgende Themen behandelt:

  • Museen und Erinnerungskultur (Gomel)
  • Museumsmarketing und -tourismus (Polotzk)
  • Ausstellungskonzeption und Gestaltung (Brest)
  • Vermittlung und Kommunikation (Mogiljow)

Den Abschluss der Museumsakademie bildet ein Symposium zu aktuellen Themen der Museumsarbeit in Minsk im November.

Foto: http://www.gsu.by/ru/node/2223

Regionale Museumsakademie Belarus

vom 05.05.2019 18:51:05

Die Museumsakademie ist ein gemeinsames Projekt von Tradicia History Service, des Goethe Instituts Minsk, der Stiftung „Cultural Heritage & Modernity“ und ICOM Belarus. Für die Realisierung haben wir Mittel aus dem Programm der Östlichen Partnerschaft des Auswärtigen Amtes beantragt und erhalten.

Die Museumsakademie stärkt Museen als Brücke zwischen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren und als gesellschaftliche Dialogplattform. Sie bringt Fachleute aus Museen, Vereinen, Bildungseinrichtungen sowie öffentlichen Behörden aus Belarus und Deutschland zusammen, die bisher kaum oder gar nicht kommunizieren. Sie fördert den Dialog zu aktuellen Entwicklungen in der internationalen Museumslandschaft und den Austausch über die Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere jenseits der städtischen Zentren. Der Dialog mit lokalen Partnern und Vertretern der Behörden trägt dazu bei, ein offenes, sektorenübergreifendes Netzwerk aufzubauen, das nachhaltige Impulse für die Debatte über eine gemeinsame europäische Zusammenarbeit setzt.

Von April bis Dezember 2019 sind im Rahmen der Museumsakademie Trainings, praxisorientierte Seminare mit belarussischen und deutschen Experten in den Regionen sowie Museumsbesuche und Gespräche in Deutschland für eine Gruppe von fünfzehn Multiplikatoren geplant. Die viertägige Reise ermöglicht es den belarussischen Museumsexperten, ihre Erfahrung in einem internationalen Umfeld unmittelbar zu reflektieren. Während der vier, jeweils zweitägigen Module werden folgende Themen behandelt:

  • Museen und Erinnerungskultur;
  • Museumsmarketing und -tourismus;
  • Ausstellungskonzeption und Gestaltung;
  • Vermittlung und Kommunikation.

Den Abschluss der Museumsakademie bildet ein Symposium zu aktuellen Themen der Museumsarbeit.

Das erste Seminar fand im April in Gomel statt.

Foto: http://mhm-gatow.de/dasmuseum

Flugplätze Gatow und Staaken unter sowjetischer Besatzung

vom 20.02.2019 18:48:38

Zu diesem Thema habe ich Anfang des Jahres eine Recherche für das Militärhistorische Museum in Gatow durchgeführt. Bisher gibt es dazu kaum Material in der Dauerausstellung des Museums auf dem historischen Gelände, einer Filiale des MHM in Dresden. Dies soll in der aktuell geplanten Neugestaltung anders werden.

Ergebnisse dieser ersten Recherche sind Fotos, Archivdokumente, Filme und persönliche Gegenstände für den Zeitraum vom Ende des Krieges bis Anfang der 50er Jahre. Weitere Recherchen sind geplant.

Stadtmuseum in Grodno (2012). Eines der von Schlögel liebevoll beschriebenen Museumsrelikte aus sowjetischen Zeiten.

Stadtmuseum in Grodno (2012). Eines der von Schlögel liebevoll beschriebenen Museumsrelikte aus sowjetischen Zeiten.

Geschichte – Museen – Russland

vom 18.11.2016 14:20:06

Dies sind die Themen des nächsten Buches von Karl Schlögel, der aktuell als Fellow der Carl Friedrich von Siemens Stiftung in München an dem Werk „Museum der Sowjetzivilisation“ arbeitet. Gerade wurde er mit dem Preis des Historischen Kollegs 2016 ausgezeichnet. Erste Einblicke in sein neues Forschungsvorhaben gibt der Text eines Vortrages, den Schlögel 2014 in Tiblissi auf einer Konferenz des Goethe-Instituts im Rahmen des überregionalen Projekts „Zeitmaschine Museum“ gehalten hat. An diesem Projekt, das sich mit den Herausforderungen der postsowjetischen Museumslandschaft beschäftigt hat, war auch das Goethe-Institut in Minsk mit Tatjana Bembel und Olga Rybchynskaja beteiligt – zu einer Zeit, als ich ebenfalls an diesem Institut aktiv war und mit den beiden die Konzeption ihrer Projekte diskutiert habe. In einer Fußnote vermerkt Schlögel, dass sich sein Vortag zunächst nur auf die russischen Museen bezieht. Aus den vielen Beispielen geht hervor, dass sich seine zu erwartende Publikation auf einen größeren postsowjetischen Raum beziehen wird, auch Denkmäler und Erinnerungsorte in Minsk kommen vor. Bleibt zu hoffen, dass er auch einen Blick in die belarussischen Museen werfen wird, die nicht selten zugunsten der ukrainischen und georgischen Museen außer Acht bleiben.

Foto: http://museumspoliticsandpower.org/2014/09/09/only-dialogue-moves-us-forward/

Foto: http://museumspoliticsandpower.org/2014/09/09/only-dialogue-moves-us-forward/

Museum und Politik …

vom 26.03.2016 14:52:19

… lautete das Thema der ICOM-Konferenz vom 9.-14.9.2014 in St. Petersburg. Bei der Planung der gemeinsamen Veranstaltung der ICOM-Komitees von Russland, Deutschland und den USA hatte wohl niemand gedacht, wie aktuell der Gegenstand durch die Krimkrise zu diesem Zeitpunkt sein würde. Seitdem hat er kaum an Brisanz verloren.

Diese Tatsache mag darüber hinwegtrösten, dass die Konferenzbeiträge erst jetzt, mit einer Zeitverzögerung von eineinhalb Jahren, veröffentlicht werden. Im Sommer wird ein E-Book erscheinen, schon jetzt sind die Texte auf der Website von ICOM Russia einzusehen.

Neben einem gemeinsamen Artikel mit Katrin Hieke und Linda Norris über unser Blog-Projekt zur Konferenz habe ich einen weiteren Text beigesteuert, der dem politischen Potential von Museen in und für die deutsch-russischen Beziehungen nachgeht.

Музей и власть …

… была тема конференции ICOMа 9.-14.9.2014 г. в Санкт-Петербурге. При планировании общего мероприятия комитетов России, Германи и и США никто, вероятно, не думал насколько актуальным, смотря на крымский кризис, предмет будет к этой дате. С тех пор он потерял едва ли бризантность.

Этот факт может мирить с тем, что взносы конференции опубликовали только теперь, при временной задержке полтора года. Обещали E-Book на летом, но уже сейчас можно читать тексты на веб-странице ICOMа России.

Наряду с совместной статьей с Катрин Хике и Линдой Норрисом о нашем блог-проекте к конференции я сама внесла текст, который следует за политическим потенциалом музеев в и для немецко-русских отношений.

Makhotina

Krieg im Museum. Ein neuer Sammelband zur Erinnerung des Zweiten Weltkriegs in Museen und Gedenkstätten in Osteuropa

vom 08.01.2016 09:50:06

Nachdem das Thema Erinnerung und Gedächtnis nun schon über einen langen Zeitraum hinweg aktuell ist und immer neue Publikationen erscheinen, hatte die Wissenschaft in der Folge das Forschungsfeld „Museen und Ausstellungen“ in Westeuropa entdeckt. Ost- und Ostmitteleuropa wurden zunächst stiefmütterlich behandelt, doch seit einigen Jahren gibt es auch hier mehr Veröffentlichungen. Eine neue ist nun hinzu gekommen, hg. Vom Collegium Carolinum an der Universität München. Ich habe den Sammelband für H-Soz-Kult kürzlich rezensiert.

Foto: http://www.russkiymir.ru/news/198893/

Foto: http://www.russkiymir.ru/news/198893/

10 Jahre Deutsch-Russischer Museumsdialog

vom 22.11.2015 16:33:10

Anfang der Woche hatte ich die Ehre und das Vergnügen, zu den geladenen Gästen der Festveranstaltung anlässlich des 10jährigen Bestehens des Deutsch-russischen Museumsdialogs zu gehören. Es war dies eine gute Gelegenheit, Kollegen aus verschiedenen russischen Museen und dem Forschungsfeld „Beutekunst“ im weitesten Sinne wiederzutreffen, darunter z.B. Grigorij Kozlov und Konstantin Akinsha. Es waren die beiden, die Anfang der 90er Jahre den Stein erst ins Rollen gebracht haben, ohne an die Konsequenzen zu denken. In Russland zu Persona non grata erklärt, waren beide damals häufig an der Forschungsstelle Osteuropa in Bremen, wo ich zu der Zeit bei und mit Wolfgang Eichwede gearbeitet habe. Auch er war natürlich in Berlin.

Die Vorträge des ersten Tages waren eher unergiebig, es ging aber vermutlich auch eher um das Feiern der eigenen Erfolge. Davon gibt es in der Tat einige in Form von Rückgaben, Forschungsprojekten und – das wichtigste – der breiten Vernetzung deutscher und russischer Museumskollegen untereinander.

Trotzdem bleiben die sog. kriegsbedingt verlagerten Kulturgüter und die „Beutekunst“ schwierige Themen, und der Umgang mit ihnen wird in Zeiten der abgekühlten deutsch-russischen Beziehungen auf der politischen Eben nicht leichter. Die Veranstaltung suchte ihren Weg zwischen der offenen Ansprache der Probleme und Herausforderungen auf der einen und dem kollegialen Austausch auf der anderen Seite.

Ich habe mich, im Gedenken an die Bremer Zeit, an meine Publikationen zum Thema erinnert (zusammen mit Christoph Kalb), denen die Idee einer Stiftung zugrunde lag. Der Clou war der gegenseitige Eigentumsverzicht auf der gemeinsamen kultur- und geistesgeschichtlichen Grundlage gesamteuropäischer Werte. Ich finde diese Idee noch immer aktuell, allerdings stehe ich damit vermutlich ziemlich alleine, wie die Diskussionen gezeigt haben.

10-летие Германо-Российского музейного диалога

В начале недели я имела честь и удовольствие побывать в числе приглашенных гостей на праздничном мероприятии по поводу 10-летнего существования Германо-российского музейного диалога. Это был хороший случай встретиться с коллегами из различных русских музеев, а также с исследователями в сфере „трофейного искусства“ в самом широком смысле, в том числе с Григорием Козловым и Константином Акиншей. Именно они стали „первопроходцами“ в этом деле в начале 90-х годов, не задумываясь о последствиях своей работы. Объявленные персонами нон-грата в России, они тогда часто бывали в Исследовательском центре Восточной Европы при Бременском университете, где я в то время работала у Вольфганга Айхведе. Разумеется, он также присутствовал на мероприятии в честь 10-летия Музейного диалога в Берлине.

Доклады первого дня конференции были скорее поверхностными, однако речь шла, вероятно, больше об оценке собственных успехов. Таковые действительно имеют место быть – реституции и совместные исследовательские проекты, а также – что является самым важным – образование обширной сети контактов среди немецких и русских музейных коллег.

Все же перемещенные культурные ценности и „трофейное искусство“ остаются трудными темами, и заниматься ими еще сложнее в период охлаждения германо-российских отношений в политической сфере. Мероприятие находится в поиске своей ниши между открытым обращением к актуальным проблемам и вызовам с одной стороны и коллегиальным обменом с другой.

Возвращаясь мысленно к бременским временам, я вспомнила о своих публикациях на данную тематику (совместно с Кристофом Кальбом), в основу которых была заложена идея создания фонда. Главной его особенностью является взаимный отказ от собственности на общей культурно-исторической и духовно-исторической основе общеевропейских моральных ценностей. Мне до сих пор нравится данная идея, которая, на мой взгляд, не потеряла своей актуальности и по сегодняшний день, однако мое мнение, кажется, не разделяет большинство коллег, как показали состоявшиеся дискуссии.