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C3%9Cber_Land_und_Meer

Neue Rubrik auf meiner Website: Miszellen

vom 14.05.2020 08:34:20

Auf www.tradicia.info gibt es eine neue Rubrik. Hier publiziere ich sehr unterschiedliche Texte, die nicht in die Kategorie wissenschaftlicher Veröffentlichungen fallen, wie sie in der Publikationsliste aufgeführt sind: Reiseberichte, Kommentare, Glossen, Notizen und literarische Experimente. Kenner werden sich wundern, warum die Rubrik dennoch mit Miszellen überschrieben ist, wenn es doch gerade nicht um wissenschaftliche Kurztexte geht. Das lateinische Wort miscellaneus meint gemischt, und so hat auch Theodor Fontane ihn verstanden, als er darunter in „Über Land und Meer“ ein unterhaltsames Erzählen, allerlei oder auch Anekdoten aus allen fünf Weltteilen verstand. Daran möchte ich mich orientieren, und darüber hinaus scheint es mir die beste Entsprechung des russischen очерк zu sein. Allerdings erscheinen hier nur Texte auf deutsch, denn so sehr ich die russische Sprache auch liebe, ich werde sie wohl nie auf einem zufriedenstellenden Niveau der Schriftsprache beherrschen.


MOSKAU!

vom 02.02.2020 16:57:24

Es ist tatsächlich passiert: Wir sind nach Moskau umgezogen! Was lange währt, wird endlich gut. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit und bürokratischer Herausforderungen sind wir am 6.1.2020 umgezogen und nach zwei Wochen in der Übergangswohnung in der Botschaft nun in unserer Wohnung im Südwesten Moskaus. Die Wohnung liegt in dem Bezirk, in dem im Puschkin-Institut für die russische Sprache vor 30 Jahren (!) meine Abenteuer in Russland ihren Anfang genommen haben. Und natürlich ist es kein Zufall, dass ich kürzlich in einer Warteschlange mit einem ehemaligen Lehrer des Instituts ins Gespräch kam, der die ganzen alten Pauker noch kannte – und gleich ein paar typische Fehler korrigiert hat.

Mit Karl Schlögels „Moskau lesen“ tauche ich nochmal in die alten Zeiten an und mache mich auf Spurensuche. Fotos und Eindrücke von meinem aktuellen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt gibt es auf Instagram.

Foto: WIkipedia

В Москву!

vom 01.10.2019 15:21:52

Schon allein der zeitliche Abstand zu meinem letzten Post zu diesem Thema, es war der 30. Januar, zeigt, dass die Vision vom bürokratischen Hürdenlauf nach dem Vorbild von „Asterix erobert Rom“ zur Realität geworden ist. Zur Erinnerung: Was für den Gallier der „Passierscheins A 38“ und der „Passierschein A 39, wie er im neuen Rundschreiben B 65 festgelegt ist“, sind für uns die Akkreditierung, die Versetzungsverfügung, die Diplomatenpässe und vieles mehr, was wir nacheinander abarbeiten müssen.

Ob das Warten Putin persönlich, der politischen Weltlage oder doch nur der Bürokratie auf allen Seiten zuzuschreiben ist, bleibt bis auf weiteres ein Rätsel. Nachdem wir schon davon ausgegangen waren, dass wir gar nicht mehr umziehen, sieht es aktuell so aus, als könnte der Umzug im November (!) stattfinden. Aber auch das muss nicht das letzte Wort sein, es fehlen noch immer entscheidende Dokumente. Termine in Moskau habe ich trotzdem schon gemacht, ich bin optimistisch und freue mich auf dieses zweite, diplomatische Abenteuer.


Belarus bleibt eine Herausforderung

vom 10.03.2019 18:51:54

Auch nach meiner Zeit in Minsk und Belarus zwischen 2010 und 2013 bin ich regelmäßig vor Ort, arbeite mit vielen Kolleginnen und Kollegen in unterschiedlichen Projekten zusammen. In den vielen Jahren haben sich Freundschaften entwickelt und eine ungebrochene Neugier auf dieses Land am östlichen Rand Europas, das schneller zu erreichen ist als Mallorca und doch noch immer ein weißer Fleck auf der Landkarte ist.

Schon lange reizt es mich, darüber zu berichten, meine Erfahrungen zu teilen und andere Reisende neugierig zu machen. Genau das tue ich nun mit einem Buch, unterstützt von der Bayerischen Akademie des Schreibens. Stoff gibt es wahrlich genug und das Schreiben allein ist diese neue Herausforderung wert.

Foto: Wikipedia

В Москву!

vom 30.01.2019 16:40:36

Nun ist es also wieder soweit: Wir ziehen um. Lange schon war es im Gespräch, ebenso lange hat die Bürokratie gebraucht, um eine Entscheidung zu treffen. Dieses Mal soll es nun also die russische Hauptstadt sein. Ich freue mich sehr, bin gespannt und habe den Kopf voller Ideen und neuer Projekte!

Angesichts der politischen Lage weht vermutlich für diesen Posten ein anderer Wind als damals in Minsk, wo wir 2010-2013 gewohnt und gearbeitet haben. Auf das politische Parkett will ich mich gar nicht begeben, umso mehr möchte ich meine bestehenden Beziehungen in den Kultur- und Museumsbereich stärken und neue Kontakte knüpfen. Als Historikerin schmerzt und schockiert es mich, jenseits aller Zuschreibungen, dass wir das, was wir zwischen Deutschland und Russland nach dem Zeiten Weltkrieg mühsam erreicht haben, so schnell verspielen können.

Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass wir im Gespräch bleiben und zusammenarbeiten müssen. Meinen Teil trage ich mit meinen Aktivitäten dazu bei und freue mich auf die Fortsetzung alter und auf neue Kooperationen mit den russischen Kollegen. An dieser Stelle werde ich wieder, wie damals Minsk, unser Expat-Leben kommentieren und meine Erfahrungen teilen.

Das beginnt dem bürokratischen Hürdenlauf, den wir derzeit ganz nach dem Vorbild von „Asterix erobert Rom“ absolvieren: Was für den Gallier der „Passierscheins A 38“ und der „Passierschein A 39, wie er im neuen Rundschreiben B 65 festgelegt ist“, sind für uns die Akkreditierung, die Versetzungsverfügung, die Diplomatenpässe und vieles mehr, was unsere Ausreise bisher unmöglich macht und wohl auch noch verzögern wird. Hoffen wir, dass das ganze ebenfalls ein Happy End hat und wir nicht, wie der Präfekt, den Verstand verlieren. Das Abenteuer beginnt…