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Online-Ausstellung mit Fotos zur Perestroika

vom 29.12.2021 11:14:20

Eine schöne Idee hatten einige „alte“ Kommilitoninnen aus der Zeit unseres Osteuropa-Studiums Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre. Sie haben Fotos aus der Zeit der Perestroika gesammelt und präsentieren diese nun zusammen mit den Autorentexten in einer online-Ausstellung auf dem Portal Visual History. Von mir gibt es ein Foto auf den Roten Platz wie durch ein Brennglas.

Die Online-Vernissage war ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern, mit denen man sich am liebsten direkt auf ein Glas Wein treffen würde. Wer von uns hätte gedacht, dass sich die Lage in Russland so entwickelt und fast den Eindruck hervorruft, als würden wir wieder, wie im Kalten Krieg, Feindforschung betreiben.

Ganz aktuell ist diese Perspektive angesichts des Verbots von „Memorial“, das genau in dieser Zeit, als wir zum Studium und Archivrecherchen in Russland unterwegs waren, im Entstehen begriffen war und ohne das wir in Forschung, Wissenschaft und Kultur nicht da wären, wo wir heute sind. Umso wichtiger ist es gerade jetzt, dass wir unsere Kontakte pflegen, Projekte im kulturellen und wissenschaftlichen Bereich weiter vorantreiben, wo immer es geht und uns vor allem nicht aus den Augen verlieren. In diesem Sinne ist die Ausstellung ein wichtiges Projekt.


Wie gewonnen, so zerronnen: Die Moskauer Basis ist aufgelöst

vom 29.12.2021 11:07:04

Ein Jahr hat es gedauert, bis wir – nachdem die Entscheidung zu unseren Gunsten ausgegangen war – endlich Anfang Januar 2020 im Auftrag der NATO nach Moskau umziehen konnten. 10 Tage hat man uns im Oktober 2021 gegeben, um das Land mit Sack und Pack wieder zu verlassen. Kurz zuvor waren einige Angehörige der russischen Delegation im NATO Hauptquartier mehr oder weniger überraschend ausgewiesen worden, woraufhin die Russen im Rahmen des üblichen „do ut des“ die Military Liaison Mission der NATO und das NATO-Informationsbüro in Moskau geschlossen haben. Den russischen Ortskräften wurde gekündigt, alle Mitarbeiter mussten mitsamt ihren Familien das Land zum 30.10.2021 verlassen.

Damit steht nun auch die Moskauer Wohnung nicht mehr für Verfügung. Zwar konnte ich wegen meines Jobs im MHM In Dresden gar nicht so oft hinfliegen, wie ich es gerne getan hätte. Aber nun fühlt es sich an, als hätte ich Russland noch ein Stückchen mehr verloren, denn sowohl Corona als auch die Politik entfernen beide Länder weiter voneinander, und damit wird auch die Verbindung zu Freunden und Kollegen schwieriger.


„Schwer heilende Wunden ‐ 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges“ Mittwoch, 13. Mai 2020, 18.30 Uhr, Moskauer Zeit – online

vom 08.05.2020 08:32:15

Unter diesem Titel wird die zweite Veranstaltung im Rahmen der Moskauer Gespräche des Deutsch-Russischen Forums im online-Format nachgeholt, die ursprünglich für den 26. März geplant war und wegen Corona ausgefallen ist. Gemeinsam mit Irina Scherbakowa, Vorsitzende des Rates des Wissenschafts-, Informations- und Bildungszentrums „Memorial“, Pavel Polian, Direktor des Mandelstam-Zentrums, HSE Moskau und Arina Nemkowa, Leiterin der Stiftung zur Förderung und Entwicklung deutsch-russischer Beziehungen „Deutsch-russisches Begegnungszentrum“, St. Petersburg werden wir per Zoom diskutieren. U.a. soll es um die unterschiedlichen Erinnerungskulturen in Russland und Deutschland und die Frage gehen, welchen Beitrag Museen und Ausstellungen 75 Jahre nach dem Ende Krieges leisten können, gegenseitiges Vertrauen zurückzugewinnen.

 Diskutieren Sie mit! Unter diesem Link können Sie sich anmelden. Sie erhalten per Email Ihren individuellen Zugang zur Web-Veranstaltung auf der Konferenz-Plattform RSI.

https://www.deutsch-russisches-forum.de/moskauer-gespraech-am-13-mai/3222798


Webinar zur Geschichte des 8./9. Mai 1945 mit der Armed Forces Attache‘ Spouses Association (AFASA)

vom 30.04.2020 11:38:51

Normalerweise wäre ich ja jetzt in Moskau. Dort würde ich meinen Forschungen und Projekten nachgehen. Und ich würde im Dienste des Vaterlandes zu den Veranstaltungen des Damenprogramms gehen. Das ist für mich die Armed Forces Attache‘ Spouses Association. All das kann ja jetzt bekanntlich nicht stattfinden. Daher treffen sich auch die Gattinnen der Militärattachés (Gatten sind bisher nicht dabei) im online-Format.

Am 8. Mai biete ich dort einen Vortrag über die Entwicklung des Feiertages in der Sowjetunion und Russland mit anschließender Diskussion an. Diese wird, wie ich die AFASA kennengelernt habe, sehr lebendig werden und Perspektiven aus aller Herren und Damen Länder der Welt miteinbringen. Ich freue mich darauf!


„Schwer heilende Wunden ‐ 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges“

vom 22.03.2020 14:52:00

So lautet der Titel der zweiten Veranstaltung im Rahmen der Moskauer Gespräche des Deutsch-Russischen Forums, das für den 26. März geplant war. Gemeinsam mit dem deutschen Botschafter in Moskau, Géza Andreas von Geyr, dem früheren Botschafter der Russischen Föderation in Berlin, Wladimir Grinin, der Osteuropahistorikerin Bianka Pietrow-Ennker sowie einem russischen Kollegen war ich aufs Podium geladen. U.a. sollte es um die unterschiedlichen Erinnerungskulturen in Russland und Deutschland und die Frage gehen, welchen Beitrag Museen und Ausstellungen 75 Jahre nach dem Ende Krieges leisten können, gegenseitiges Vertrauen zurückzugewinnen.
Leider ist die Veranstaltung aufgrund der Corona-Krise abgesagt worden und soll zu einem späteren Termin nachgeholt werden.


MOSKAU!

vom 02.02.2020 16:57:24

Es ist tatsächlich passiert: Wir sind nach Moskau umgezogen! Was lange währt, wird endlich gut. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit und bürokratischer Herausforderungen sind wir am 6.1.2020 umgezogen und nach zwei Wochen in der Übergangswohnung in der Botschaft nun in unserer Wohnung im Südwesten Moskaus. Die Wohnung liegt in dem Bezirk, in dem im Puschkin-Institut für die russische Sprache vor 30 Jahren (!) meine Abenteuer in Russland ihren Anfang genommen haben. Und natürlich ist es kein Zufall, dass ich kürzlich in einer Warteschlange mit einem ehemaligen Lehrer des Instituts ins Gespräch kam, der die ganzen alten Pauker noch kannte – und gleich ein paar typische Fehler korrigiert hat.

Mit Karl Schlögels „Moskau lesen“ tauche ich nochmal in die alten Zeiten an und mache mich auf Spurensuche. Fotos und Eindrücke von meinem aktuellen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt gibt es auf Instagram.